DeutschEnglish


Ambient circle

scroll down for  
english version





















Beitrag von
Wolfgang Senges


Heute stelle ich keine Band vor. Auch keinen Solo-Artist. Man könnte es eher ein Projekt nennen. Tatsächlich hat sich dieses Projekt allerdings anders entwickelt als erwartet.

Ambient Circle ist ein Kollektiv verschiedener Musiker (und anderer Teilnehmer), die im weitesten Sinne im Einzugsgebiet des Ruhrgebiets beheimatet sind. Wenn man Aachen noch zum Ruhrgebiet zählen kann. Ab und an trifft man sich, um in gemeinsamen Sessions Elektronische Musik zu zelebrieren. Ambient Circle haben sich der Electronic Ambient Music verschrieben und bislang erst zwölf Session gespielt. Darunter fallen sowohl private Sessions als auch Live-Konzerte.

Man kann die Musik von Ambient Circle nicht kaufen (leider), aber man kann sie herunterladen (umso besser). Legal, und umsonst. Hört Euch die Soundscapes auf ihrer eigenen Site an - sie stehen sowohl zum Streamen als auch per Download bereit. Alle Tracks wurden veröffentlicht unter Creative Commons BY-NC-ND Deutschland 3.0 Lizenzen.

Sortiert nach einzelnen Sessions, findet ihr die jeweiligen MP3s, Videos und Fotos.

Was mich wirklich anspricht und freut, ist die frische im Herangehen an die Kompositionen. Nur während drei der Sessions hat Ambient Circle überhaupt vorbereitete Tracks als Basis des gespielten Sets genutzt. Gewöhnlich jedoch werden alle Sessions vollständig improvisiert. Die gesamte Session wird mitgeschnitten - reduziert auf die Stereosumme. Es sollen keine einzelnen Spuren nachträglich getrennt oder überarbeitet werden. Die besten Teile werden im Anschluss als MP3s heraus geschnitten und auf der Site von Ambient Circle veröffentlicht. Michael Kathke: “Wir spielen live kein Stück zwei Mal”.

Schenkt den Tracks noch ein Mal Euer Gehör. Wer selber bereits ähnliche Sessions gespielt habt, kennt das motivierende Moment, durch die anderen Akteure erst zu Läufen und Melodien inspiriert zu werden und eine Antwort auf seinen eigenen Input zu hören. Das Wechselspiel macht es aus. Nehmt Euch die Zeit, und hört zu. Legt alle Vorurteile gegenüber Elektronischer Musik ab. Zuhören heißt entdecken. Ich weiß nicht, wie es Euch geht… mir macht es Spaß, zu hören wie Klänge und Melodien sich aus dem Nichts entwickeln, um eine Form anzunehmen. Man sollte denken, dass die Aufschichtung und Entstehung der Strukturen einer Intention, einer Planung folgt. Und doch ist sie in höchstem Maße flüchtig. Eine Momentaufnahme.

Abgesehen von der Ablehnung einer Bezahlung für ihre Musik und ihrem ungewohnten Kompositionsansatz, der einer sterilen Produktion deutlich widerspricht, gibt es zumindest einen weiteren Punkt, der nicht wenig überrascht.

Die Mitspieler bei Ambient Circle sind keine Berufsmusiker. Im Gegenteil, am Tag geht jeder seinem normalen (Vollzeit-) Job nach. Jeder spielt for fun. Während andere an Autos basteln, vor dem TV abhängen, oder was auch immer - sie verbringen ihre Freizeit damit, zu Hause Klang-Design zu betreiben. Anstatt aber das Ergebnis dessen einsam im Abstellraum wegzuschließen, steuern sie zum gemeinsamen Projekt Ambient Circle bei. Das ist reinste Kultur an der Basis. Handgemacht von Leuten wie Dir und mir. Das ist Volkskultur.

Zu ihrer eigenen Überraschung, haben sie 2009 gar einen Preis für ihre Musik gewonnen, die “Schallwelle - Der Preis für Elektronische Musik”). Ohne jegliches Marketing, abgesehen von ihrer Website, und nach nur wenigen Auftritten in der (Halb-) Öffentlichkeit, wurden sie von der Jury des schallwende e.V. zum besten Newcomer gewählt.

Und es ist nicht nur die übliche Skulptur, die sie gewonnen haben. Darüber hinaus sponsort der Verein schallwende e.V. Ambient Circle die Aufnahme der ersten CD.


“Das eigentliche Konzept des Ambient Circle ist aus dem ‘Urmodell’ Spheric Lounge in München entstanden. Inzwischen gibt es etliche Gruppierungen, die mehr oder weniger nach diesem Vorbild agieren. Neun davon haben sich als “Live Ambient Scene” einen gemeinsamen Blog geschaffen, um quer zu promoten und einen schnellen, übergreifenden Zugang zu den jeweiligen Musikstücken zu schaffen.” (Michael Kathke - Ambient Circle)





English translation:

Today’s act I’m going to introduce to you is no band. Neither it’s a solo artist. You might call it a project. And it sure has developed in a way not expected.

Ambient Circle is a collective of various participants located in Germany’s North-Rhine area. Every now and then, they get together to play electronic music sessions. They are entirely focused on electronic ambient music, and it’s just twelve sessions they did so far. This includes public and private sessions.

You can’t buy Ambient Circle’s music (unfortunately), but you can download it (even better). Legally, and for free. Listen to their soundscapes on their own site - it’s both streamed and available for download too. Tracks are released under Creative Commons BY-NC-ND Germany 3.0 licences.

Sorted by session, you can find mp3 files, video, and photos.

I like their approach to composing a lot. It’s just on three occasions they in any form prepared tracks as basic structures to their set. Usually, all of their sessions are improvised in their entirety. The whole session is recorded - just the stereo master. Single tracks are not to be separated and elaborated later on. Best parts are cut to be released as mp3 on their site. Michael Kathke: “Nothing we play live we’ll play a second time.”

Now listen to the tracks again. If you ever played similar sessions yourself, you know just how great it is being inspired to play licks or tunes and find your input echoed again. Take your time, and have a listen. Forget about any prejudice regarding Electronic Music. Listening means discovering. It’s great to see (hear) tunes and sounds developing from arbitrarity to structure. You can’t help but get the feeling it was supposed to build that particular layered structure. Yet, it’s highly volatile. A glimpse of the moment.

Apart from straight not wanting any payment for their music, and following right the opposite approach in composing compared to sterile production, there’s even more about Ambient Circle that catches your attention.

These are no pros. Everyone has a daytime (and full time) job. Everyone plays for fun. Whereas others are tuning cars, hanging around watching TV, or whatever - they spend their spare time at home designing soundscapes. But instead of hiding away the results in solitude, they collaboratively contribute to Ambient Circle. It’s pure and grassroots culture. Made by guys like you and me, it is common people grown culture.

Much to their own surprise, in 2009 their music actually won them a prize (“Schallwelle - Prize in Electronic Music”). Without any promotion besides their site, and having played just a few times in public they were voted best new act by the jury of German “schallwende e.V.”.

It is not just a sculpture they won. To top the fact of being awarded, Ambient Circle are sponsored in recording their first CD.


“The concept of Ambient Circle is derived from the prototype of Spheric Lounge in Munich. Meanwhile there are quite a few people going that way. Nine such groupings have joined forces establishing a “Live Ambient Scene” blog. It much helps to cross-promote news and gives access to audio tracks from all participants involved.” (Michael Kathke - Ambient Circle)




bild1

11

s


2
3

Bild4

5

6

7

8

9

10

11

11

12